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Was
bedeutet die Arbeit des Pathologen für den Patienten ?
Oft
wird vermutet, die Arbeit des Pathologen habe nichts mit der
Patientenversorgung zu tun.
Das
stimmt natürlich nicht.
Die
Mitarbeiter der Pathologie haben zwar keinen unmittelbaren Kontakt zum
Patienten, sie wirken sozusagen im Verborgenen; ihre Arbeit ist oftmals
Voraussetzung für die Diagnose und die anschließende Behandlung.
In vielen Fällen werden klinische Untersuchungen mit dem Ziel durchgeführt,
Gewebeproben für die pathologische Untersuchung zu gewinnen. An
diesen Proben kann der Pathologe mit dem Mikroskop feststellen, ob eine
Krankheit besteht und wie weit sie fortgeschritten ist.
Ein
Beispiel sind Magen- und Darmspiegelungen. Die hierbei entnommenen
Schleimhautproben werden in der Pathologie untersucht.
Ein
Magengeschwür kann sowohl durch eine Magenschleimhautenzündung als
auch durch einen bösartigen Tumor (Krebs) verursacht werden. Diesen
Unterschied kann häufig nur der Pathologe am Mikroskop erkennen.
Eine Entzündung kann mit Medikamenten behandelt werden. Beim
Magenkrebs stellt der Pathologe zusätzlich Art und Ausbreitung des
Tumors fest. Davon hängt das Ausmaß der Operation ab.
Die
Ursache einer Durchfallerkrankung kann oft an den Schleimhautproben
bestimmt werden.
Bei Polypen aus dem Dickdarm entscheidet das Ergebnis der pathologischen
Untersuchung darüber, ob es sich um einen gutartigen Tumor oder um
Krebsgewebe handelt.
Ein
anderes Beispiel sind Veränderungen, die bei einer Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung
aufgefallen sind. Durch die Untersuchung einer Gewebeprobe kann die
Natur der Veränderung (Entzündung? Gutartiger Tumor? Krebs?) aufgeklärt
werden.
Auch
die Untersuchung der bei einer Operation entfernten Organe bzw.
Organteile erfolgt durch den Pathologen. Untersucht wird zum Beispiel,
wie weit ein Krebsleiden fortgeschritten ist: Sind die Schnittränder
tumorfrei? Sind bereits Lymphknoten oder weiter entferntes Gewebe
befallen?
Diese Informationen sind wichtig für die Planung der weiteren
Behandlung und Tumornachsorge.
In
dringenden Fällen kann mit Hilfe der Schnellschnittuntersuchung
innerhalb weniger Minuten noch während der Operation eine erste
Diagnose gestellt werden. Diese bestimmt dann oft den weiteren Verlauf
der Operation.
Auch
Organe, die wegen einer Entzündung entfernt worden sind, müssen
pathologisch untersucht werden. Nur so kann ein "verstecktes"
Tumorleiden ausgeschlossen werden.
Ein häufiges Beispiel sind Blinddarm- und Gallenblasenoperationen.
Auffällige
Muttermale oder Leberflecken der Haut werden vom Pathologen untersucht,
um sicher zu sein, daß es sich um eine gutartige Veränderung und nicht
um Hautkrebs handelt.
In
der Regel liegt das Ergebnis der pathologischen Untersuchung am nächsten
Tag vor.
Manchmal verzögert sich die Diagnose, weil zusätzliche
Untersuchungsmethoden angewendet werden müssen.
Auch in
der Krebsfrüherkennung bei Frauen spielen
Pathologen
eine wichtige Rolle: Die
vom Gebärmuttermund entnommenen Abstriche werden pathologisch auf
krebsverdächtige Zellen untersucht.
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